3D

3D – Disziplinen, Didaktik, Daten

Wie wird aus digitaler Lehre echte Interdisziplinarität – und aus KI ein souverän genutztes Werkzeug?

Digitale Lehre ist längst Realität. Doch wie gut verstehen wir eigentlich, was in digitalen Lernräumen geschieht? Erleben Studierende Interdisziplinarität tatsächlich – oder steht sie nur im Modulhandbuch?
Nutzen wir KI reflektiert – oder lassen wir uns von Effizienzversprechen treiben?

Das Projekt 3D – Disziplinen, Didaktik, Daten stellt diese Fragen im interdisziplinären Masterstudiengang Nachhaltige Transformationsgestaltung (NTG) an der FH Münster und sucht fundierte Antworten.

Im Mittelpunkt stehen zwei Herausforderungen unserer Zeit:

  • Wie können Learning Analytics die Qualität digitaler Lehre verbessern?
  • Wie gelingt ein kritischer, an Nachhaltigkeit orientierter Umgang mit (generativer) KI?
Logo KI:edu.nrw Praxisprojekt
Logo FH Münster

Laufzeit:

  • 01.11.2025 – 30.06.2026

Beteiligte:

Studiengang als Reallabor

Der Master NTG ist jung, interdisziplinär und ambitioniert. Zehn Fachbereiche arbeiten zusammen, um Studierende auf Transformationsprozesse in Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt vorzubereiten. Die Beteiligten denken Nachhaltigkeit nicht eindimensional, sondern systemisch. Diese Struktur macht den NTG-Studiengang zu einem idealen Reallabor für das 3D-Projekt.

„Wie kann Hochschule im digitalen Zeitalter nicht bloß reagieren und erklären – sondern konstruktiv gestalten?“

Interdisziplinarität ist anspruchsvoll

Sie zeigt sich nicht allein in Modulbeschreibungen.
Sie muss im Denken, im Arbeiten und auch im digitalen Lernen erfahrbar sein, damit der systematische Ansatz in der Praxis gelingt.
3D fragt daher:

  • Sind interdisziplinäre Übergänge, Zusammenhänge, konkurrierende Anforderungen etc. tatsächlich angemessen im Fokus?
  • Unterstützen die im Studiengang verwendeten digitalen Medien vernetztes, systemisches Denken?

Oder existieren fachliche Perspektiven eher nebeneinander?

Projektfokus 1: Was digitale Spuren über das Lernen erzählen

Im ersten Projektteil richtet sich unser Blick auf das eingesetzte Lernmanagementsystem (LMS) – nicht etwa um Lehrende oder Studierende zu kontrollieren, sondern um Lehre und das Lernen besser zu verstehen. Mithilfe der Open-Source-Software POLARIS wollen wir analysieren, wie digitale Inhalte genutzt werden. Selbstverständlich transparent und auf Basis einer souveränen Einwilligung aller Beteiligten. Digitale Lehre ist längst Realität.

Doch wie gut verstehen wir eigentlich, was in digitalen Lernräumen geschieht? Fokussieren wollen wir unter anderem:

  • Bearbeitungszeiten und Nutzungshäufigkeiten
  • Interaktion mit Materialien und Übungen
  • Nutzung interdisziplinärer Querverweise
  • Kollaboration zwischen Studierenden
  • Zeitliche Muster in der Bearbeitung unterschiedlicher Module

Studierende als Mitgestaltende

3D versteht Studierende nicht als Personen, die Datensätze generieren, sondern als lebendige und engagierte Partner*innen. Daher wollen wir die LMS-Nutzung gemeinsam mit den Studierenden diskutieren – beispielsweise wollen wir fragen:

  • Warum werden bestimmte Inhalte stärker und andere weniger intensiv genutzt?
  • Welche Materialien unterstützen wirklich?
  • Wo sind andere Zugänge erforderlich, um angemessen interdisziplinär zu agieren?

Projektfokus 2: KI zwischen Potenzial und Verantwortung

Fokus 2 richtet den Blick nach vorne und fragt: Wie gehen wir mit generativer KI um? Im Modul Digitainability diskutieren Studierende:

  • Einsatzbereiche von KI in Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft
  • Ressourcenverbrauch und „Green IT“
  • ethische Fragen und regulatorische Rahmenbedingungen
  • Auswirkungen auf Kreativität, Wahrheit und Wissen

KI wird dabei weder verteufelt noch verherrlicht. Stattdessen steht eine differenzierte Auseinandersetzung im Mittelpunkt:

  • Für welche Situationen und Aufgabenstellungen ist KI sinnvoll?
  • Unter welchen Bedingungen ist sie verantwortbar?
  • Wo gibt es Risiken für Nachhaltigkeit und Demokratie?

Ein im 3D-Projekt entwickelter Workshop bringt Lehrende und Studierende in einen gemeinsamen Reflexionsraum.

Hochschule im Lernprozess

3D versteht digitale Innovation nicht als Selbstzweck. Es geht um weit mehr als technische Tools:

  • evidenzbasierte Lehre
  • interdisziplinäre Kohärenz
  • ethisch reflektierte Technologie
  • nachhaltige Gestaltungskompetenz

Was bleibt über das Projekt hinaus?

Wir verstehen 3D nicht als isoliertes Experiment. Das Projekt entwickelt konkrete, übertragbare Ergebnisse:

  • Optimierte digitale Lehrformate
  • Einen Leitfaden für gelebte Interdisziplinarität
  • Workshop-Konzepte zur KI-Reflexion
  • Impulse zur Weiterentwicklung der KI-Leitlinie der Hochschule

Die gewonnenen Erkenntnisse werden wir in Netzwerke und weitere Studiengänge tragen – mit dem Ziel, konstruktiv zu gestalten.

Sie haben Fragen?

Sprechen Sie uns gerne an!
Porträt von Achim Hennecke

Achim Hennecke

Porträt von Steffen Subelak

Steffen Subelak

Porträt von Maren Urner

Prof. Dr. Maren Urner

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