Der KI:edu.nrw-Jahresrückblick 2025

Der KI:edu.nrw-Jahresrückblick 2025

Nachdem das Jahr 2024 für das Projekt KI:edu.nrw ein Jahr des Umbruchs war, stand das Jahr 2025 ganz im Zeichen der Kooperation und des Transfers. Aufbauend auf den vielfältigen Projekterfahrungen haben wir uns in diesem Jahr noch stärker mit den Bedarfen unserer NRW-Hochschulen auseinandergesetzt und ein umfassendes Schulungsprogramm aufgebaut. Durch die projekteigene Förderlinie könnten wir zudem so viele Hochschulen wie noch nie Teil unseres Konsortiums nennen!

Seit Projektbeginn im Jahr 2020 war 2025 das Jahr mit den meisten Hochschulen im Projektkonsortium: Insgesamt 14 der 36 möglichen Hochschulen aus der Kooperationsgemeinschaft der Digitalen Hochschule NRW waren durch die beiden projektintegrierten Fördermechanismen der Praxis- und Transferprojekte zwischenzeitlich Teil des Konsortiums. Die Vielzahl an Bewerbungen zeigt sehr deutlich, wie viele Hochschulen – auch HAWen und KuMus – sich intensiv mit den Themen KI und Learning Analytics in der Hochschullehre auseinandersetzen und wie breit das Interesse an der Zusammenarbeit zu diesen Themen ist.

Kooperation und Transfer

Im KI:edu.nrw-Teilprojekt Learning Analytics wurde 2025 in Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister mit Hochdruck an der Weiterentwicklung der POLARIS-Software gearbeitet, damit nach Projektende möglichst allen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen der Einsatz eines datenschutzkonformen und flexibel einsetzbaren Learning-Analytics-Systems ermöglicht werden kann.

Auf dem Weg zu diesem Ziel sind die seit Juli laufenden Transferprojekte an der Universität Duisburg-Essen sowie an der TH Köln ein wichtiger Schritt, da hier die Installation der POLARIS-Infrastruktur in zwei unterschiedlichen institutionellen Umgebungen getestet und die Software dabei in die lokalen Quellsysteme der beiden Hochschulen integriert wird.

Unterdessen brachten die diversen Praxisprojekte an insgesamt zehn verschiedenen Hochschulen jede Menge frischen Wind in das Projekt und bereicherten die Projektarbeit mit zahlreichen Impulsen aus der konkreten praktischen Umsetzung in unterschiedlichen Lehrkontexten von der Musikpädagogik über die Sprachwissenschaft bis hin zur Informatik.

Schulungsaktivitäten zu generativer KI und Learning Analytics

In diesem Jahr sind erste Verpflichtungen für Anbieter und Betreiber von KI-Tools durch die Europäischen KI-Verordnung in Kraft getreten. Wie auch das in diesem Jahr veröffentlichte Rechtsgutachten zeigt, betrifft dies auch Hochschulen, da sie oftmals unter die Betreiberrolle, wenn nicht gar die Anbieterrolle fallen. Infolgedessen sind Hochschulen unter anderem in Bezug auf ihr Personal verpflichtet, dieses im Hinblick auf die nötige KI-Kompetenz zu schulen. Um die Hochschulen in NRW durch das Schulungsangebot von KI:edu.nrw hierbei noch besser zu unterstützen, wurde zu Jahresbeginn ein neuer Website-Bereich eingerichtet, auf dem das Schulungsangebot übersichtlich dargestellt wird. Parallel hierzu fand die erste von KI:edu.nrw organisierte Themenreihe mit 14 Angeboten für Lehrende und Studierende zu KI und Learning Analytics in der Hochschulbildung statt. Insgesamt nahmen über 500 Personen an den Workshops und Vorträgen der Themenreihe teil.

Hinzu kam die Einführung der regelmäßigen KI:edu.nrw-Basisschulungen zu den Themen generative KI und Learning Analytics. Ziel dieser beiden 90-minütigen Onlineformate ist es, Hochschulangehörigen, die bisher nur wenig Erfahrung mit dem jeweiligen Thema haben, einen ersten Überblick über die wichtigsten Aspekte zum jeweiligen Thema zu vermitteln, sodass sie sich anschließend gezielt für andere Weiterbildungsangebote entscheiden können. Projekteigene Möglichkeiten hierfür sind der ebenfalls in diesem Jahr veröffentlichte AI Literacy-Kurs oder die Ethikhandreichungen. Letztere stellten die Grundlage des ebenfalls erstmals durchgeführten Ethikkurses dar, der insbesondere den Praxisprojekten projektbegleitend eine fundierte ethische Unterstützung bot.

Im Herbst schlossen die Neuerungen im Schulungsbereich mit der erstmaligen Durchführung einer dreitägigen Multiplikator*innen-Schulung zum Themenfeld generative KI ab. Hierbei hatten 15 Mitarbeitende aus zumeist hochschuldidaktischen Einrichtungen die Möglichkeit, sich als Multiplikator*innen ausbilden zu lassen und generative KI entweder im eigenen Workshopprogramm zu integrieren oder auch eigene Workshops zu dem Thema durchzuführen. Ziel dieses neuen Formats ist es, die Erfahrungen aus dem Projekt einer möglichst breiten Gruppe von Lehrenden im Land zugutekommen lassen zu können und die vorhandenen Ressourcen dafür möglichst zielgerichtet einzusetzen.

Vernetzung in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus

KI:edu.nrw hat auch 2025 wieder durch vielfache Angebote Hochschulangehörige zu den Themen generative KI und Learning Analytics vernetzt. Bei diesen Angeboten geht es neben der Vernetzung immer auch darum, den aktuellen Diskurs zum Thema voranzubringen.

Los ging es im Frühjahr mit dem fast schon traditionellen KI-Vernetzungstreffen NRW. Durch ein verändertes Format und eine Öffnung des Teilnehmendenkreises erfuhr das Format ein erhöhtes Interesse und war so gut besucht wie noch nie.

Zum zweiten Mal hat das gemeinsam mit dem KI-Campus HUB NRW und dem Stifterverband organisierte Symposium in Hagen stattgefunden. In diesem Jahr war das Thema des Symposiums „Prüfen trotz und mit KI: fachspezifische Perspektiven“.

Neu kam in diesem Jahr das AI-Tech Meetup NRW hinzu, das in Kooperation mit den anderen beiden großen landesgeförderten KI-Projekten für die Hochschullehre, KI:connect.nrw und Open Source-KI.nrw, ausgerichtet wurde. Erstmals fand damit ein Vernetzungsangebot statt, bei dem sich IT-Expert*innen aus den Bereichen der technischen Bereitstellung von KI-Inferenz und der technischen Entwicklung von KI-Applikationen systematisch miteinander austauschen und vernetzen konnten. Das initiale Angebot hat die Teilnehmenden über gemeinsame Kanäle auch über den Termin hinaus in den Austausch gebracht.

Auch in diesem Jahr stellte die Learning AID-Tagung als das mit mittlerweile 360 Teilnehmenden größte Vernetzungsangebot von KI:edu.nrw ein absolutes Jahreshighlight dar. Mit der Tagung vernetzt das Projekt zudem mehr als nur Personen aus unterschiedlichen Bereichen in Hochschulen zu den Themen generative KI und Learning Analytics. Durch die starken Partnerschaften bringt das Projekt auch immer wieder die wichtigsten Akteur*innen zu generativer KI und Learning Analytics zusammen. Falls Sie im kommenden Jahr also mit allen relevanten Institutionen in diesem Themenfeld in den Austausch kommen möchten, kommen Sie am 1. und 2. September 2026 zur Learning AID! 😊

Ausblick auf 2026

Schon heute ist klar, dass das Jahr 2026 wieder ein Jahr des Umbruchs im Projekt wird. Ausgangspunkt für diesen Umbruch ist das in diesem Jahr veröffentlichte Strategiepapier NRW 2.0. Dieses macht einen Vorschlag, aufbauend auf der Erfahrung der bisherigen Projektarbeiten der Projekte KI:edu.nrw, KI:connect.nrw und Open Source-KI.nrw, wie im Land zukünftig das Thema generative KI an den Hochschulen bearbeitet werden kann. Das Papier macht Vorschläge für die Bereiche Kompetenz, Inferenz und Apps und schlägt eine gemeinsame Governance für diese Arbeiten vor.

Was das genau für das Projekt KI:edu.nrw im Jahr 2026 bedeutet, erfahren Sie auch hier in unserem Blog. Falls Sie nicht nur über die Veränderungen, sondern auch über die kontinuierlichen Projektarbeiten auf dem Laufenden bleiben möchten, abonnieren Sie gerne unseren Newsletter.

Vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Projektarbeit. Wie freuen uns, Ihnen auch im kommenden Jahr wieder verschiedene Angebote rund um die Themen generative KI und Learning Analytics machen zu können.

Nun wünschen wir Ihnen aber erst einmal eine frohe Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Jonas Leschke (Standortverantwortung RUB) & Robert Queckenberg (Projektkoordinator)

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