Gemeinsame KI-Inferenz für NRW-Hochschulen

Die Initiative Inferenz NRW bietet für alle NRW-Hochschulen einen zentralen Zugang zu Open-Weight-Sprachmodellen an – kostenlos, datenschutzkonform und leistungsfähig. Damit geht NRW einen weiteren Schritt auf dem Weg zur digitalen Souveränität und wird unabhängiger von anbietergebundenen Big-Tech-KI-Systemen. Im Fokus stehen vor allem europäische Sprachmodelle. Verfügbar ist das Angebot über die Weboberfläche von KI:connect.

Zentrale Anbindung an Open-Weight-Modelle

Hochschulen können KI‑Sprachmodelle in vielen Bereichen sinnvoll nutzen – von der Lehre über Forschung bis zur Verwaltung – und der Bedarf an Lösungen und Tools wächst. Datenschutz spielt dabei eine große Rolle, denn nicht immer sollen beispielsweise sensible Forschungsdaten durch kommerzielle Systeme weiterverarbeitet werden. Außerdem legen Tools wie ChatGPT ihre Trainingsdaten nicht offen, sodass viele mit den Modellen verbundene Fragen offenbleiben.

Was ist eigentlich Inferenz?

In der Informatik ist Inferenz der Fachbegriff für den algorithmischen Prozess, aus vorhandenen Daten neue, nützliche Aussagen oder Vorhersagen maschinell zu berechnen. Bei generativer KI ist Inferenz der Vorgang, bei dem ein trainiertes großes Sprachmodell auf neue Daten angewendet wird. Inferenz ist also das eigentliche „Benutzen“ des KI-Modells nach dem Training.

Abhilfe schaffen so genannte Open-Weight-Modelle, deren trainierte Parameter (die „Gewichte“) öffentlich eingesehen werden können. Man kann diese Modelle lokal bzw. in einer eigenen Infrastruktur ausführen und anpassen. Anders als bei kommerziellen Diensten verbleiben die Daten in der eigenen Infrastruktur. Ziel der Initiative Inferenz NRW ist der Aufbau einer landesweiten, souveränen KI-Inferenz-Infrastruktur auf Basis vorrangig europäischer Open-Weight-Sprachmodelle. Inferenz NRW ermöglicht so allen NRW-Hochschulen Zugang zu datenschutzkonformen und unabhängig betriebenen KI-Lösungen für Forschung, Lehre und Verwaltung. Gemeinsam wurde ein standortübergreifendes Konzept für Betrieb und Weiterentwicklung erarbeitet, das NRW-Hochschulen eine stärkere gemeinsame Nutzung von KI-Infrastruktur ermöglicht.

Wie hängen Inferenz und Infrastruktur zusammen?

Inferenz und Infrastruktur sind nicht dasselbe, aber in der Praxis hängen sie eng zusammen. Während Inferenz der Vorgang ist, bei dem ein trainiertes KI-Modell auf neue Eingaben angewendet wird und Antworten generiert, umfasst Infrastruktur alles, worauf und womit die Eingabe verarbeitet wird, also z. B. Hardware, Netz und Software‑Dienste, die das Modell bereitstellen. Inferenz ist die „Tätigkeit“ des Modells. Infrastruktur ist die „Werkstatt“, die diese Tätigkeit zuverlässig, schnell und bezahlbar ermöglicht. Gute Inferenz braucht passende Infrastruktur – sie entscheidet über Tempo, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit im Produktivbetrieb.

Inferenz-Angebot via KI:connect

Alle Hochschulen in NRW können seit Beginn des Sommersemesters 2026 die folgenden von Inferenz NRW zentral bereitgestellten Sprachmodelle nutzen:

  • Mistral Small 4 (Mistral AI)
  • GPT OSS (Open AI)
  • Qwen3 Embedding (Alibaba Cloud)
  • E5 Mistral 7B Instruct (intfloat)

Die Modellangebote und deren Verfügbarkeit werden in den kommenden Monaten sukzessive erweitert. Nutzbar sind die Modelle ergänzend oder als Alternative zu anderen kommerziellen und nicht-kommerziellen Modellen über KI:connect.

Alle NRW-Hochschulen, die an KI:connect angeschlossen sind, können die neu angebundenen Modelle individuell zur Nutzung auswählen. Aufgrund der zentralen Finanzierung stehen die Modelle ohne weitere Kosten für die Hochschulen in NRW zur Verfügung.

Wer steckt hinter Inferenz NRW?

Inferenz NRW basiert auf der engen Zusammenarbeit mehrerer Hochschulen und Initiativen. Beteiligt sind die vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen unter dem Dach der Digitalen Hochschulen NRW geförderten KI:edu.nrw-Schwesterprojekte Open Source-KI.nrw (Universität zu Köln, Ruhr-Universität Bochum) und KI:connect.nrw (RWTH Aachen) sowie das KI-Servicezentrum WestAI. Betrieben wird das KI-Inferenz-Angebot auf Hochleistungsrechnern an den High-Performance-Computing-Standorten der RWTH Aachen und der Universität zu Köln.

Sie haben Fragen?

Informationen zu den aktuell bereitstehenden Modellen finden Sie unter https://oski.nrw/inference. Bei Fragen zum Inferenzangebot und zum Funktionsumfang der Modelle wenden Sie sich gerne an kontakt@oski.nrw.    

Informationen zur KI-Bereitstellung via KI:connect finden sie unter http://kiconnect.nrw/. Bei Fragen zur Nutzung des Inferenzangebots und zur technischen Anbindung wenden Sie sich bitte an kiconnect@cls.rwth-aachen.de.

Inferenz NRW im Überblick

  • Nutzbar via KI:connect
    Angeboten werden die KI-Modelle von Inferenz NRW für Hochschulen, die bereits an KI:connect angebunden sind bzw. es noch einführen.
  • Chatbot und API
    Neben der unmittelbaren Chatbot-Nutzung über die KI:connect-Weboberfläche stehen die Modelle per API-Schnittstelle auch für lokale Anwendungen in den Hochschulen zur Verfügung.
  • Europäische Modelle
    Angeboten werden nicht-kommerziell bereitstellbare Modelle mit dem Fokus auf europäische Modelle.
  • Support
    Unterstützung bei Nutzung und Bereitstellung bietet KI:connect.
  • Keine Bereitstellungskosten
    Inferenz NRW ist bis auf Weiteres für die Hochschulen in NRW zentral finanziert.
  • Limits
    Aktuell ist die Nutzung aufgrund knapper Infrastruktur-Ressourcen noch limitiert. Die Limitierung ist ausreichend für die Nutzung insbesondere von Chatbots. Perspektivisch ist der Ausbau der IT-Infrastruktur geplant.
  • Blick in die Zukunft
    Inferenz NRW soll sukzessive zu einem vollständigen Service mit entsprechender Servicequalität ausgebaut werden, um einen für die Hochschulen verlässlichen Betrieb zu gewährleisten.

Mehr zu strategischen Perspektiven im Kontext von KI in der Hochschulbildung in NRW können Sie auch hier nachlesen :

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